CCS - Energieverschwendung
<2009-02-28>
Siemens und E.ON Kraftwerke wollen am E.ON-Kraftwerk Staudinger eine Pilotanlage zur CO2-Abscheidung errichten. Dies ist aus energetischer Sicht unattraktiv

1. CCS zur Akzeptanzförderung

Siemens und E.ON Kraftwerke wollen am E.ON-Kraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg bei Hanau eine Pilotanlage zur CO2-Abscheidung errichten. Am steinkohlebefeuerten Block 5 des Kraftwerks soll "unter realen Einsatzbedingungen ein bereits im Labor erprobtes Post-Combustion-Capture-Verfahren" eingesetzt werden. Die Pilotanlage mit einer Leistung von weniger als 1 MW soll im Sommer 2009 in Betrieb gehen.

2. Zur Technik

Die Rauchgaswäsche (post-combustion) erfolgt meist mit Aminwäschen (oftmals Monoethanolamin MEA) und ist die einzige bisher in großindustriellem Maßstab verfügbare Technik. Dieses Verfahren wird üblicherweise angewendet, wenn CO2 aus dem Rauchgas von industriellen Anlagen, Kraftwerken oder bei der Erdgasförderung ausgewaschen werden sollen. Dabei beträgt die CO2-Konzentration im Rauchgas zwischen 5 % und 15 %. Das CO2 wird durch die chemische Reaktion des Waschmittels mit dem CO2 gebunden und abgetrennt. Dies geschieht in Kühlturmähnlichen Anlagen von mehreren Metern Durchmesser. Dies findet bei Umgebungstemperatur und -druck statt. Für die Regeneration des Waschmittels werden ebenso große Anlagen und ebenfalls zusätzliche Energie benötigt.

3. Bewertung durch das Umweltbundesamt

Die Rauchgaswäsche (post-combustion) kann prinzipiell auch in bestehende Kraftwerke - quasi als letzter Reinigungsschritt vor dem Schornstein - nachgerüstet werden. Dies setzt jedoch eine angemessene technische Integration in das Gesamtsystem "Kraftwerk" voraus und führt, so das UBA, "bei Altanlagen zu so hohen Leistungseinbußen, dass die Nachrüstung insgesamt nicht mehr attraktiv erscheint. Die post-combustion-Technik ist die am weitesten ausgereifte und bereits seit vielen Jahren angewendete, aber auch teuerste Möglichkeit und unter energetischen Gesichtspunkten unattraktivste Art der CO2-Abtrennung."


Autor: Matthias Möller-Meinecke, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Verwaltungsrecht

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