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Lärmschutz: Straßenverkehrslärm berechnen
<2008-10-18>
Haben Sie einen Anspruch auf Schutz gegen den Straßenverkehrslärm? Wir informieren dazu.

Wer an einer stark befahrenen Straße wohnt hat oft einen Anspruch auf Schutz gegen den Lärm. Das kann schon ab einer täglichen Verkehrsstärke von 7.000 Kfz/Tag der Fall sein.

Ob die maßgebliche Schwelle überschritten ist, können Sie oft selbst ermitteln und wir helfen Ihnen dabei.

1. Schritt: Tägliche Verkehrsmenge ermitteln

Die Geräuschbelastung wird heute in der Regel durch Berechnung ermittelt. Das Berechnungsverfahren ist sehr aufwendig, da die Schallausbreitung durch eine Reihe von verschiedenen Parametern beeinflusst wird. Für lange, gerade Fahrstreifen gibt es ein vereinfachtes Rechenverfahren, das Ihnen für Übersichtszwecke Anhaltswerte liefert.

Die Verkehrsmengenkarte 2005 gibt den Anwohnern von Bundesfernstrassen einen ersten Anhaltspunkt zu Ihrer Verkehrslärmbelastung.

Detaillierte Daten erhalten Sie entweder aus den Ergebnissen der manuellen Straßenverkehrszählung:
http://www.bast.de/cln_005/nn_42248/DE/Statistik/Verkehrsdaten/verkehrsdaten-node.html?__nnn=true
oder aus einer eigenen Zählung, für die ich meinen Mandanten weitere Anleitungen geben kann.

Eine Karte mit den Verkehrsmengen auf den Bundesfernstraßen der Regionen finden Sie im web, die von Südhessen finden Sie hier:
http://www.hsvv.hessen.de/internet/binarywriterservlet?imgUid=884562e5-a4c0-211e-76cd-8a438ad1b276&uBasVariant=11111111-1111-1111-1111-111111111111

Die Zählergebnisse für Bundesautobahnen (PDF-Dateien, ca. 400kB)

und die Ergebnisse für Bundesstraßen (PDF-Dateien, ca. 1,2 MB)

stellen wir Ihnen zur Verfügung.

2. Schritt: Verkehrslärm berechnen

Mit dem Rechner des Verkehrsclubs Deutschland können Sie den Zusammenhang zwischen Mittelungspegel und Verkehrsmenge, LKW-Anteil, Geschwindigkeit, Straßenoberfläche, Steigung/Gefälle sowie dem Abstand zur Quelle (und der davon abhängigen Absorption) bestimmen. Nicht berücksichtigt werden topografische Eigenheiten, Abschirmungen und die Bebauung. Der Rechner gibt Ihnen jeweils die Beiträge der einzelnen Größen an. Ausgangspunkt ist immer der Mittelungspegel in 25 m Entfernung, die zulässige Höchstgeschwindigkeit wird dabei mit 100 km/h angesetzt.

Liegt eines Ihrer Rechenergebnisse tags über 70 dB oder nachts über 60 dB, gehen Sie zum 3. Schritt über.

3. Schritt: Schutzanspruch geltend machen

Leider eröffnet die Rechtsprechung einen Anspruch auf Schutz gegen Verkehrslärm einer bestehenden Straße in aller Regel erst dann, wenn die Werte von tags/nachts 70/ 60 dB(A) überschritten sind.

Bringen eine Schallschutzwand, eine Geschwindigkeitsreduzierung oder ein lärmschluckender Fahrbahnbelag keine Abhilfe oder erfordern diese unverhältnismäßige Aufwendungen, ist ein Entschädigungsanspruch aus enteignendem Eingriff eröffnet. Er besteht in einem Geldausgleich für Schallschutzeinrichtungen auf dem betroffenen Grundstück und in einer Entschädigung für einen Minderwert des Grundstücks.

Details sollten in einem Beratungsgespräch mit einem Fachanwalt für Verwaltungsrecht besprochen werden.


Autor: Matthias Möller-Meinecke, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Verwaltungsrecht

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Lärmschutz Lärmbelastung Geschwin­dig­keits-Redu­zie­rungen Straßenverkehr Straßenlärm

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