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RWE steigt aus Kohlekraftwerken aus
Technik nicht mehr wirtschaftlich
<2009-06-06>
Kohlekraftwerke schaden nicht nur dem Klima, sondern auch den Wirtschaftsbilanzen. So hält RWE den Bau neuer Kohlekraftwerke nicht mehr für ökonomisch vertretbar.

Was Klima- und Wirtschaftsexperten schon lange sagen, bestätigt jetzt erstmals auch ein Vertreter der großen Energiekonzerne: Dr. Johannes Lambertz, Vorstandsvorsitzender von RWE Power, sagte auf der Messe Power-Gen Europe in Köln, dass der Bau neuer Kohlekraftwerke ökonomisch nicht mehr vertretbar sei.

Damit bestätigt nun auch die Energieindustrie, daß Kohlekraftwerke, die unstreitig dem Klima schaden, auch den Wirtschaftsbilanzen schaden.

Wer heute noch in Kohlekraftwerke investiert, wird morgen für höhere Strompreise sorgen und auf Subventionen von Steuerzahlern angewiesen sein.

Dabei drängen sich Alternativen auf. Kohlekraftwerke stehen Erneuerbaren Energien und dem Klimaschutz diametral gegenüber. Wer Geld verdienen und das Klima schützen will, investiert in flexible Kraftwerke und Erneuerbare Energien und beendet den Bau von Kohlekraftwerken.

Auch die Politik ist aufgefordert, unmissverständlich zu erklären, dass alle diejenigen, die heute in Kohlekraftwerke investieren, dies auf eigenes Risiko tun und später nicht auf Subventionen setzen können, wenn sie vor den von ihnen zu verantwortenden Investitionsruinen stehen. Es kann nicht Aufgabe des Staates sein, hier dann noch mit Steuergeldern einzuspringen.

Vor den jetzt auch von Lambertz genannten Kostenfaktoren wie steigende Baukosten, schwankende Strom- und Erdölpreise sowie die teure Kohlendioxid-Abscheidungstechnik CCS, hat bereits in der Vergangenheit die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Staudinger mit der Stadt Hanau an der Spitze im Raumordnungsverfahren für das Kraftwerk Staudinger gewarnt. Untermauert haben die drei Kommunen diese Berechnungen durch eine Studie des arrhenius Instituts, die das wirtschaftliche Potential von Kohlekraftwerken exemplarisch am geplanten Kohlekraftwerk Großkrotzenburg Mainz durchrechnet.


Autor: Matthias Möller-Meinecke, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Verwaltungsrecht

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Klimaschutz Energie-Kosten Kraftwerksbau

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