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Wie störend ist Bahn­lärm?
Der Sach­ver­stän­di­gen­rat für Um­welt­fra­gen for­dert Redu­zie­rung des Lärm­grenz­wertes für benach­barte Wohn­nut­zun­gen auf nachts 45 dB(A) zu redu­zieren.

Lärmbelästigungen des Güterzugverkehrs entstehen in erster Linie durch Rollgeräusche, sowie Bremsen, Rangieren und akustische Signale. Das Maßnahmenprogramm des Verkehrsministeriums wird den Lärmschutz nicht kurzfristig, sondern nur langfristig senken. Die Gesundheitsgefahren durch Güterzuglärm werden von der Deutschen Bahn AG heruntergespielt. Der Betreiber des Schienennetzes scheut objektive Messungen durch Sachverständige, sondern akzeptiert nur Berechnungen nach der Vorschrift "Schall 03".

Das verwundert die Experten nicht. Denn die Rechenmethodik dieser "Schall 03" wurde durch Mitarbeiter der Bahn so entscheidend beeinflusst, daß die wahren Belastungen der Anwohner verschleiert werden.

Spitzenpegel oder Mittelung des Bahnlärms über acht Nachtstunden?

So fehlt das Wichtigste, die Spitzenpegel, die Häufigkeit und die Intervalle der Vorbeifahrten der Güterzügen. Obwohl nur diese Wert für die Anwohner wahrnehmbar sind und nur von diesen Kriterien das nächtliche Aufwachen beeinflusst wird ist, bleibt ihre Ermittlung nach der Schall 03 außen vor. Berechnet wird nur der äquivalente Dauerschallpegel, der über acht Nachtstunden gemittelt wird. Der Experte Dr. Roland Diehl, Sprecher der Bürgerinitiative IG Bohr, vergleicht diese Methodik mit einem Badenden, der ein Bein in einem Kübel mit Eiswasser und das andere Bein in Kochen des Wasser taucht und bei der mathematischen Mittelung dieser Extremtemperaturen, wie sie bei der Ermittlung des äquivalenten Dauerschallpegels vorgenommen wird, eine angenehme Badewassertemperatur zu erwarten hat, in Wirklichkeit aber gesundheitlichen Schaden davonträgt.

Berechnungsfehler der Schall 03

Eine vom Sachverständigenrat für Umweltfragen zitierte langjährige Messreihe für zahlreiche Bahnstrecken belegt, dass die von der Deutschen Bahn mit der Methode der "Schall 03" erstellten Berechnungen zur Lärmbelastung nicht der tatsächlichen Belastung der Anwohner von Bahnstrecken entsprechen. In vielen Fällen lagen die gemessenen Werte deutlich höher als die angegebenen Werte. Daraus folgt, dass die Rechenmethodik der Schall 03 die Belastung des Bahnlärms erheblich unterschätzt.

Sachverständigenrat: Reduzierung um 15 dB

Für einen wirksamen Gesundheitsschutz ist es nach der gutachterlichen Bewertung des Sachverständigenrates für Umweltfragen "unabdingbar, die Lärmgrenzwerte für Wohnnutzungen flächendeckend kurzfristig tagsüber auf 65 dB(A) und nachts auf 55 dB(A), mittelfristig auf tagsüber 62 dB(A) und nachts auf 52 dB(A) und langfristig auf tagsüber 55 dB(A) und nachts auf 45 dB(A) zu reduzieren." (SRU 2008, S. 608)


Autor: Matthias Möller-Meinecke, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Verwaltungsrecht

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Lärmbelastung Lärm-Grenzwerte Lärmschutz Nachbesserung Schallschutz Entschädigungs-Anspruch Schlaf, Nachtruhe Gutachten

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