Edificia: EDIFICIA Rechtsanwälte
Informationen zum Angebot eines Mediationsverfahren von Edificia Rechtsanwälten
<2017-01-09>
Edificia Rechtsanwälte bietet der Mandantschaft zur Lösung von Konflikten auch das Instrument eines Mediationsverfahrens an.
  1. Rahmenbedingungen

    • Die Mediation

      Mediation ist ein strukturiertes freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konfliktes. Die Konfliktparteien wollen mit Unterstützung einer dritten allparteilichen Person, dem/der Mediator/in, zu einer einvernehmlichen Vereinbarung gelangen, die ihren Bedürfnissen und Interessen entspricht. Mediation stärkt die Konfliktkompetenz der Betroffenen. Sie behalten die Verantwortung für die Lösung ihres Konfliktes und werden darin gestärkt, ihre Interessen so zu vertreten, dass anderen dadurch kein Schaden zugefügt wird. Mediator/innen schaffen als qualifizierte, allparteiliche Dritte Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, damit Konfliktparteien ihre Konflikte bearbeiten und in einen konstruktiven Prozess der Auseinandersetzung treten können. Die Konfliktparteien erlangen dadurch die Fähigkeit, den Konflikt eigenverantwortlich, einvernehmlich und zum beiderseitigen Vorteil zu regeln.

    • Einignung

      Eine Mediation ist dann sinnvoll, wenn einige oder alle der folgenden Voraussetzungen gegeben sind:

      • Der Konflikt kann nicht oder nur schlecht in direkten Gesprächen bzw. Verhandlungen gelöst werden.
      • Die Konfliktaustragung befindet sich in einer Sackgasse.
      • Die Streitenden haben ein Interesse an guten zukünftigen Beziehungen zueinander.
      • Eine einvernehmliche Konfliktlösung wird von allen Beteiligten angestrebt.
      • Die wichtigsten Konfliktparteien – wenn nicht alle – sind vertreten.
      • Es geht nicht um grundsätzliche Wertorientierungen, um grundlegende Rechte oder um bloße Ja/Nein – Entscheidungen.
      • Es gibt keine gravierenden Machtunterschiede. Falls doch, müssen entweder die Schwächeren ihre eigene Machtposition verbessern (z.B. durch das Entwickeln von guten Alternativen zum Verhandeln bzw. das Suchen/ Einbeziehen von Verbündeten) oder die Stärkeren müssen bereit sein, im Rahmen der Mediation auf eine Entscheidung durch Macht zu verzichten.
      • Es bleibt genügend Zeit, um eine einvernehmliche Konfliktlösung zu erarbeiten.

       

    • Einleitung

      Am besten ist es, wenn die Konfliktparteien gemeinsam den Wunsch nach einer Mediation äußern und entsprechende Schritte einleiten. Meist ist dies jedoch nicht der Fall, sondern eine der Konfliktparteien ergreift die Initiative. Die Mediatoren nehmen dann den Kontakt zu den übrigen Konfliktparteien auf und versuchen, sie zu einer Teilnahme am Mediationsgespräch zu bewegen. Es ist auch möglich, dass die Initiative von Dritten ausgeht. Diese sprechen dann alle Konfliktparteien an und schlagen den Versuch eines Mediationsgespräches vor.

    • Voraussetzungen

      Voraussetzung für eine Erfolg versprechende Mediation ist die Bereitschaft aller Beteiligten, aktiv an dem Gespräch teilzunehmen und nach einer einvernehmlichen Problemlösung zu suchen.

    • Aufgaben des Mediators

      Der Mediator sorgt dafür, dass das Gespräch in einer wohltuenden, offenen und vertrauensfördernden Atmosphäre stattfinden kann. Er sorgt für eine gleichwertige Kommunikation untereinander und schafft mit seiner Einleitung ein Klima des Vertrauens. Die Vertraulichkeit über die Gesprächsinhalte auf Seiten des Mediators ist verpflichtend. Er informiert die Gesprächsteilnehmer einleitend kurz über den Ablauf, die Rolle des Mediators und die Grundregeln des Gesprächs.
      Solche unverzichtbaren Grundregeln sind:

      • Ausreden lassen
      • Keine Beleidigungen oder Verletzungen
      • Der Mediator hat die Verantwortung für den Gang des Gespräches und greift ein, wenn es erforderlich ist.
      • Vertraulichkeit des gesprochenen Wortes
      • Beteiligte verpflichten sich schriftlich, sich auf diese Regeln und das Verfahren einzulassen.

       

  2. Phase: Artikulation aller Aspekte des Konfliktes

    Jede Seite hat sodann die Gelegenheit, den Konflikt aus ihrer Sicht zu schildern. Sie bekommt dafür so viel Zeit, wie sie benötigt, um alles auszusprechen, was ihr wichtig ist. Der Mediator hört aktiv zu, stellt gegebenenfalls Fragen und fasst das Gehörte zusammen. Die anderen Kontrahenten hören in diesem Stadium nur zu und müssen ihre Erwiderungen auf den Zeitpunkt verschieben, zu dem sie selber mit dem Erzählen dran sind. Sie können sich jedoch Notizen machen, um nicht zu „platzen“ und ihre Einwände somit in Erinnerung zu behalten.

    Ziel dieser 2. Phase ist es, dass alle Probleme Auge in Auge mit dem Gegenüber artikuliert werden und dabei dafür geworben werden kann, dass die Gegenseite die vom Vortragenden dargelegten eigenen Ziele und sich ihm aufdrängenden Probleme erkennt und umgekehrt die Möglichkeit erhält, auch ihrerseits die eigenen Ziele und bestehenden Probleme zu artikulieren.

  3. Phase: Den Konflikt verstehen/ Bedingungen und Hintergründe des Konflikts aufdecken

    Soweit das noch nicht in der voran gegangenen 2. Phase geschehen ist, sollen nun die mit dem Konflikt verbundenen Gefühle zum Ausdruck gebracht und die Interessen und Wünsche herausgearbeitet werden, um die es den Beteiligten eigentlich geht. Alles, was als Hintergrund des offenen Streits von Bedeutung ist, soll zur Sprache kommen. Der Mediator ist bei der Erhellung des Konfliktes behilflich, indem er geeignete Fragen stellt und die Konfliktparteien beim Ausdrücken von Gefühlen und Bedürfnissen einfühlsam unterstützen. Die Kommunikationsrichtung wird zunehmend auf den Kontakt der Kontrahenten untereinander verlagert. Kernsätze zum Verständnis einer Konfliktpartei sollen zunehmend in eigenen Worten von den Kontrahenten zusammengefasst werden. Die Mediatoren leiten sie dazu an und geben Hilfestellungen.

  4. Phase: Konflikte und Probleme bearbeiten/ Lösungsmöglichkeiten entwickeln

    Wenn durch die voran gegangenen Phasen ein gegenseitiges Verstehen ermöglicht wurde, können die Parteien nun überlegen, wie sie ihre Meinungsverschiedenheiten beilegen wollen. Idealerweise wurde aus dem „Konflikt“ ein „Problem“, für dessen Lösung alle Kontrahenten gemeinsam Verantwortung tragen. Mit geeigneten Methoden werden kreative Ideen gesammelt und die interessantesten zu Lösungsvorschlägen ausgearbeitet.

    Instrumente dazu sind ein Brainstorming, um Lösungswege zu entwickeln, die Bereitschaft außergewöhnliche Handlungsmöglichkeiten zu ergreifen und das Anliegen der anderen Partei zu reflektieren sowie Optionen eines veränderten Handelns zu bewerten.

  5. Phase: Mediationsvereinbarung und deren Umsetzung

    Das Verfahren der Mediation zielt darauf, dass sich die Konfliktparteien auf die Lösungsvorschläge einigen, die ihnen am meisten zusagen. Sie regeln dabei alle Fragen, die mit der Überprüfung und eventuell erforderlichen Überarbeitung der Vereinbarung zu tun haben. Dazu zählen insbesondere die Umsetzung einer vereinbarten Lösung, also auch die Entwicklung von Regeln, wie zukünftige Schwierigkeiten und Konflikte bei der Umsetzung der Lösung gehandhabt werden sollen.

    Die Einigung der Parteien wird in einem schriftlichen Vertrag festgehalten und von allen an der Mediation Beteiligten unterschrieben.

  6. Phase: Gemeinsame Überprüfung der wirksamen Umsetzung der Lösung

    Nach einer verabredeten Zeit nehmen der Mediator und die Konfliktbeteiligten noch einmal Kontakt zueinander auf, um zu klären, ob die Übereinkunft tatsächlich die Probleme gelöst hat. Falls nötig, müssen Korrekturen angebracht werden oder es muss ganz neu verhandelt werden.

    Bei neu auftretenden Schwierigkeiten soll die Mediation die Konfliktparteien in die Lage versetzen, dass sie viele Dinge jetzt mit einem neuen Instrumentarium allein zufrieden stellend lösen können. Bei größeren Konflikten können sie erneut eine Mediation in Anspruch nehmen.

  7. Einleitung des Mediationsverfahrens

    Falls Sie diese Rahmenbedingungen für eine Mediation nutzen wollen, sprechen Sie bei Edificia Rechtsanwälte Herrn Rechtsanwalt Matthias Möller-Meinecke dazu bitte an (Tel.: +49 - (0)69 99 9 99 76 70).


Autor: Matthias Möller-Meinecke, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Verwaltungsrecht

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